Ich bin 15 jahr alt, weiblich und komme dieses Jahr in die 9 Klasse einer Realschule. Mein größter Traum ist es, Journalistin zuwerden. Ich weiß, dass für diesen Beruf Abitur eine sehr gute Grundlage wäre, doch leider hat es mit dem Gymnasium bei mir nicht sehr gut geklappt. Nach der 7 Klasse musste ich runter, da ich mit Mathematik auf dem Kriegsfuß stand.
Jetzt habe ich einen guten Durchschnitt von 2,0 erreicht, und bin da mit ganz zufrieden. Meine stärksten Fächer sind; Deutsch, Englisch, Sozialkunde, Ethik und Geschichte. In diesen Fächern stehe ich auf 1.
Bis ich die Schule gewechselt habe, war ich drei Jahre in einer Schülerzeitung tätig, ich hatte sogar meine eigene Rubrik.
Leider gibt es an meiner jetztigen Schule noch keine. Doch meine FReundin und ich wollen in diesem Jahr eine gründen.
In meiner Freizeit schreibe ich sehr gerne Gedichte und Geschichten.
Zudem habe ich mich dieses Jahr für ein Praktikum bei unserer Zeitung beworben.
Ich wäre bereit, alles für meinen Beruf zutuen, zu kämpfen, doch Abitur geht leider absolut nicht, da mit wie gesagt Mathe nicht liegt.
Und deshalb wollte ich fragen, ob ich auch noch andere Möglichkeiten habe, nach der 10 Klasse Journalistin zuwerden.
Ich hatte mir überlegt, erstmal vier Jahre eine Ausbildung zur Buchhändlerin zumachen und mich dannach eventuell noch nach einem Studienplatz umsehe, da ich nach dieser Ausbildung Hochschulreife habe.
Was würdet ihr mir raten?
Habe ich Chancen, nach einer vier jährigen Ausbildung noch ins Geschäft einzusteigen?
Wäre es vielleicht überlegenswert lieber gliech eine Ausbildung als Moderatorin zumachen?
Hi.
Wenn ich deinen Text lese, hege ich Zweifel, ob Journalismus so wirklich was für dich ist - denn an deiner Sprache müsstest du dann noch deutlich arbeiten. Aber das lernst du vielleicht im Praktikum bei deiner Lokalzeitung - ich drücke die Daumen, dass das klappt, denn Praktika sind sehr wichtig auf deinem Weg.
Wie wäre es, wenn du erst einmal die Mittlere Reife machst und dann schaust, ob du nicht auf eine weiterführende Schule gehen willst? Mathe gibt es zwar überall, aber auf Schulen, die einen Schwerpunkt auf Sprachen oder Ernährungswissenschaften legen, ist Mathe nicht ganz so wichtig. Ich glaube nicht, dass du es ohne Abi und - sogar - Studium schaffen kannst, bzw. wird es sehr sehr schwer, bis eigentlich nahezu unmöglich. Ich möchte dir nicht deinen Traum kaputt machen, aber leider gibt es so viele junge Menschen, die Journalist werden wollen, dass die Ansprüche unglaublich hoch sind.
Die Ausbildung zum Buchhändler dauert doch drei Jahre, oder nicht? Ich weiß nicht, wie das mit der Hochschulreife ist. Fakt ist aber, dass du ohne Abi nicht jeden Studiengang studieren kannst. Es gibt nur einige wenige, die man nach der Ausbildung studieren kann. An deiner Stelle wäre es dann sinnvoll, zu schauen, bei welchen Studiengängen du die Voraussetzungen erfüllst.
Ganz ehrlich: Wenn du Journalist werden willst, Augen zu und durch, das Abi muss sein. Und ein Studium auch.
Wenn ich deinen Text lese, hege ich Zweifel, ob Journalismus so wirklich was für dich ist - denn an deiner Sprache müsstest du dann noch deutlich arbeiten.
'tschuldigung, aber: das Mädchen ist 15! Außerdem bitte ich zu bedenken, daß eine Arbeit als "Journalistin" weit mehr bedeutet als für irgendeine langweilige Zeitung oder Zeitschrift Zeilengeld mit epischen Texten zu schinden. Wir schreiben das 21. Jahrhundert. Da sollten die Ziele "Fernsehen" und "Online-Medien" lauten. Und da kommt es auf anderes an, als eine geschliffene Schreibweise.
Dieser Kritik kann ich mich nur anschließen. Miriams Einwand ging wohl etwas nach hinten los. Sei's drum.
Was auf alle Fälle nützt, Blueberry, so Du Dir Deinen Traum erfüllen möchtest, sind erstens fleißige Schreibübungen. Schülerzeitungen sind da ein guter Anfang, aber auch eigene Blogs helfen mitunter weiter. Die müssen nicht viele lesen, es geht gemeinhin nicht einmal um die Clicks, sondern darum, Dir selbst mit etwas Mühe und Disziplin beizubringen, wie man regelmäßig schreibt, wie man auch auf den eigenen Interessengebieten entspringenden Themen mit neuem, selbst recherchierten Stoff in Folgeartikeln aufbaut - Vorteil: so übst Du eigenständige Recherche gleich noch mit - und wie Du in diesem Zuge über einen längeren Zeitraum hinweg Deine eigene Stilistik entwickelst, Deine Wortwahl glättest, natürlich ebenso eine fundierte Kenntnis der Schönheit unserer Rechtschreibung bzw. Grammatik gewinnst.
Das Web 2.0 eignet sich hierfür besonders gut. Da kann man scheiben, wie es einem grad beliebt, da kann man löschen, editieren, überarbeiten, man braucht nicht auf Zeichenbegrenzungen zu achten und man stößt in seinen ersten Gehversuchen vor allem nicht seinen Lesern oder gar Redakteuren vor den Kopf. Blogs sind sozusagen das Tagebuch der Webgeneration. Mit deren Vorläufer, also dem Tagebuch an sich, haben schon ganz andere Geistesgrößen der europäischen Mediengeschichte ihre ersten Gehversuche unternommen.
Ebenso wichtig wie disziplinierte Schreibübungen: Beziehungen aufzubauen. Neben Schülermagazinen bieten sich hier insbesondere die Lokalteile Deiner Zeitung an. Dort findet man recht häufig Sonderseiten für Jugendredaktionen, die immer wieder gern auf Nachwuchstalente zurückgreifen. Kleiner Tipp: Nicht die Jungautoren fragen - die könnten Dich aus Furcht vor (besserer) Konkurrenz abweisen - sondern den altgedienten Redakteur dahinter. Wähl Dir ein interessantes Thema aus Deiner Gegend, eines, welches bestenfalls noch nicht vom Lokalteil selbst aufgegriffen wurde, schreib vier, fünf einleitende Sätze dazu, schick diese als Themenvorschlag an den Redakteur und stell Dich in der selben Mail gleich persönlich vor. Ein wenig Vita, ein wenig Höflichkeit, das erfreut immer zu lesen. Das erleichtert Dir auch den künftigen Kontaktaufbau via Treffen oder Telefon.
Zum Schluss sei noch gesagt, dass es immer wieder bundesweite Schreibwettbewerbe gibt. Adresslisten lasse ich Dir auf Wunsch gern per PN zukommen. Und auch wenn Du weißt, dass Du dort nicht gewinnen wirst: Beteilige Dich trotzdem. Nicht auf die Preise, sondern auf den Spaß soll es schließlich ankommen. Und der Spaß am Schreiben, der soll letztendlich doch als alleinige Motivation dienen, um einen Beruf im Journalismus zu ergreifen.
Ich wünsch Dir alles in allem viel Erfolg auf diesem Wege und hoffe, Dir etwas geholfen haben zu können.
Also mit Onlinemedien wird man zurzeit nicht wohlhabend. Und glaubt ihr denn, dass man leichter ins Fernsehen kommt als zu einer Zeitung?
Man sollte auch nicht suggerieren, dass jeder einfach so als Journalist leben kann. Probieren kann es natürlich jeder.
Hey Blueberry,
wenn das wirklich Dein Traumberuf ist, dann probier es definitiv aus. Lieber ausprobieren und scheitern als später zu sagen: "Hätte ich doch...". In dem Alter stehen Dir noch alle Wege offen. Informiere Dich gut und lege die Grundsteine für Deinen Journalistenweg.
vor vielen Jahren steckten meine Eltern viel Prügel bei der Elternsprechstunde ein. Die Lehrer sagten ihnen, dass ich wohl das Gymnasium verlassen muss, wenn ich jetzt in Mathematik nach all den Fünfern nicht mindestens lauter Einser schreibe und nicht Physik auch noch verkacke...
Meinen Eltern war’s dann wurscht, dass mein Deutschlehrer von mir schwärmte und sagte, dass ich schon mit 15 das Potenzial für erstklassige Kurzgeschichten hätte.
Für mich aber war dieser Satz äußerst wichtig. Und er hat mein ganzes Leben verändert. Noch heute gibt er mir ein sehr schönes Gefühl und macht mir Mut, wenn ich mit dem Schreiben einmal nicht weiterkomme und dann daran denke.
Als ich nun deinen Forums-Beitrag hier las, habe ich dich sofort verstanden. Und wenn ich deinen Text lese, hege ich absolut keine Zweifel, ob Journalismus so wirklich was für dich ist.
Da ich auch nach über 30 Jahren Journalismus nicht perfekt in Rechtschreibung bin, kopierte ich deinen Text in Word. Aber Rechtschreibfehler machst du auch keine.
Also lass dir auf keinen Fall durch einen Satz in diesem Forum die Freude am Schreiben nehmen. Du schreibst sehr gut. Und an seiner Sprache arbeitet jeder Schreiber ein Leben lang.
Natürlich wäre ein Abitur äußerst hilfreich. Aber ich verstehe das Riesenproblem mit Mathematik. Ich habe vor vielen Jahren alle Wege zum deutschen Abitur durchforscht. Aber selbst im gestalterischen oder sozialpädagogischen Zweig der Fachoberschule wurden Infinitesimal- und Differential-Mathematik gefordert.
Ich finde es absolut nicht richtig, dass Menschen, denen exzessive Mathematik nicht liegt, in Deutschland der Weg zum Erfolg in fast allen Berufen verbaut wird.
Ich ging damals den Weg über Abitur (A-Levels) in Cambridge und Studium in den USA.
Wichtig in diesem Forum: Ich schreibe nicht, dass nun ALLE diesen Weg gehen müssen und dass dieser Weg für ALLE richtig ist.
Dein Weg über eine kaufmännische Lehre ist absolut richtig. Kaufmännisches Wissen kannst Du immer gebrauchen. Dein Weg zum Studium könnte du dann über Fachwirt IHK gehen.
Nach der kaufmännischen Lehre würdest du aber sicher auch die 3 britischen A-Level in Deutsch, Business Studies und Fremdsprache schaffen und könntest dann in Großbritannien oder in den USA studieren.
Nochmals, ich sage hier NICHT, dass jetzt keiner mehr in Deutschland studieren soll, sondern alle in Großbritannien. Ich nenne das nur als einen von vielen Wegen.
Aber selbst mit Mittlerer Reife und Kaufmännischer Ausbildung halte ich erfolgreiche Arbeit im Journalismus weiterhin für möglich.
Hier im Forum geht es fast ausschließlich um Tageszeitungen und Fernsehen. Da gibt es aber noch das riesige Feld unterschiedlichster Zeitschriften, die oft sehr erfreuliche Jobs bei höchst unterschiedlichen Qualifikationen anbieten.
ich denke es kommt auf den Bereich an, worüber du dich befassen möchtest und natürlich welches Medium es sein soll. Also Fernsehen, Fachmagazin, Lokalpresse, Online etc.
Wenn du dich über Wirtschaft, Politik und Finanzen befasst möchtest, wäre Abitur sicherlich Pflicht. Stellst du aber z.B. Handys vor und vergleichst diese, wäre Abitur nicht so wichtig. Ich habe leider jetzt den Namen vergessen, aber es gibt einen Journalist / Moderator im Fernsehen der auch ohne Abitur sehr erfolgreich ist.
Ich betreibe selbst ein Online-Magazin, was sich mit Kranen und Schwertransporten befasst. Das Thema ist sehr speziell und man muss Ahnung davon haben. Meine Berichterstattung sieht u.a. so aus, dass ich Neuigkeiten und Produkte vorstelle, Einsätze und Bauvorhaben begleite, über Fachmessen berichte und Produkte vor Ort anschaue und vorführen bzw. erklären lasse.
Zudem vergleichen wir Produkte mit anderen. Naja testen geht leider noch nicht, da man eine Einweisung des Herstellers benötigt. Es geht schließlich um Millionenwerte und Unfälle enden meist mit Todesfolge. Ich habe bei verschiedenen Unternehmen Praktikas absolviert, wo ich eben gelernt habe die Geräte zu bedienen. Demnächst will ich auf eine freie Journalistenschule gehen. Zudem weitere Ausbildungen damit ich mich auch auf Bahnanlagen und Gefahrenbereiche bewegen darf. Und den Arbeitsbühnenschein.
Ich weiß, dass für diesen Beruf Abitur eine sehr gute Grundlage wäre, doch leider hat es mit dem Gymnasium bei mir nicht sehr gut geklappt. Nach der 7 Klasse musste ich runter, da ich mit Mathematik auf dem Kriegsfuß stand.
Jetzt habe ich einen guten Durchschnitt von 2,0 erreicht, und bin da mit ganz zufrieden.
Ich wäre bereit, alles für meinen Beruf zutuen, zu kämpfen, doch Abitur geht leider absolut nicht, da mit wie gesagt Mathe nicht liegt.
Wenn du zu allem bereit bist, solltest du dich doch etwas mit Mathe quälen. Du brauchst dafür dort doch keine sehr guten Noten, aber ganz ohne wird es eben sehr schwierig. Bei den anderen Fächern läuft es bei dir doch offenbar gut. Vielleicht hattest du auch die falschen Mathelehrer oder bräuchtest eine gute Nachhilfe.
Ich glaube, dass es bei dir nicht zu spät ist, noch etwas an deiner "Mathephobie" zu ändern. Wenn das jedenfalls der einzige Grund ist, weshalb du kein Abi/Fachabi machen kannst, solltest du dir das zutrauen.
Bist du dir sicher, dass du nach einer Buchhändlerlehre so einfach studieren kannst? Mir ist das neu. Welche Quelle hast du denn dafür?
Und wieso ausgerechnet eine Buchhändlerlehre?
Eine gute Festanstellung im Journalismus wirst du so jedenfalls wohl kaum finden. Auch kein gutes Volontariat. Selbstständig arbeiten kann hingegen jeder als Journalist (die Frage ist, mit welchem Einkommen). Mit 15 bist du dafür noch zu jung, aber du kannst die Zeit ja nutzen, um Erfahrungen zu erlangen.
Ich glaube ja nicht, dass man so Gnadenlos an Mathe scheitern kann.
Jornalismus geht ohne Abitur und sogar ohne Studium. Wer kein Mathe kann, brauch nur andere Begabungen spielen zu lassen. Manchmal ist es einfach wichtig ein Initiative zu ergreifen und man kann damit anfangen Beiträge zu schreiben und Bilder zu machen, die man dann verkauft. Engagement ist ein Zauberwort.
Also ich habe zwar Abitur, eine Ausbildung und ein halbfertiges Studium, aber Journalist geworden bin ich durch einen Anruf bei einer bekannten Tageszeitung. ein freund, der da anfing, schrieb zwei Artikel über Kimonos und dann weg war, hatte mich dazu gedrängelt, einfach zu fragen, ob sie noch freie Mitarbeiter brauchen.
meistens geht dass, denn nicht jeder der es will kann auch schreiben, so dass es druckreif ist, meine ich.
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Ein Mann, der die eine Hälfte des Lebens damit verbringt, über Dinge zu schreiben, von denen er nichts weiß und die andere Hälfte, nicht über Dinge zu schreiben, die er genau weiß.
@BlueBerry
Lass dich nicht entmutigen. Auch ohne Abitur kann man im Leben etwas erreichen. Ich hab manchmal das Gefühl, viele haben Angst um ihren Job. Es gibt genug andere Ausbildungsmöglichkeiten. zb. Ausbildung zur Redakteurin etc. Fang auf jeden Fall mit der Schülerzeitung an und bewirb dich bei Magazinen. Es gibt auch immer wieder Kurse fürs Schreiben. Du kannst auch mit 50 noch ins Geschäft einsteigen. In deinem Alter fängt das Leben erst an. Du wirst dich noch oft Aus- und Weiterbilden.
Genau das was ich geschrieben habe! Eine Ausbildung zur Redakteurin. Heute zu Tage gibt es tausend Kurse und Ausbildungsmöglichkeiten, die man nebenbei machen kann. Niemand muss für seinen Traumjob studieren gehen. Vorausgesetzt man hat natürlich Talent dafür.
Die klassische "Ausbildung zur Redakteurin" ist das Volontariat. Und Voraussetzung dafür ist in vielen Fällen ein abgeschlossenes Studium - wofür wiederum das Abitur benötigt wird. Das ist Krux.
Natürlich gibt es eine große Menge an Kursen, Seminaren, Möglichkeiten zur Weiterbildung. Diese würde ich aber nicht mit der klassischen Ausbildung in einer Redaktion gleichsetzen.
Keinesfalls muss der Weg in den Journalismus immer über das Volontariat führen. Aber auch die DJS in München etwa verlangt mindestens Abitur oder eine abgeschlossene Berufsausbildung. Möglich ist manches - aber meiner Meinung nach vielmehr mit Abitur. Inwieweit man das nun für sinnvoll erachtet, ist wieder eine andere Diskussion.