Berliner Stammtisch bei NOLA?
Der nächste Berliner Stammtisch ist in einem Bistro-Restaurant namens NOLA angesetzt. Diese auf die USA fixierte Restaurantkette wirbt auf ihrer Webseite www.nola.de mit folgendem Text:
"Amerika - Schmelztiegel unterschiedlichster Kulturen, Nationen und Hautfarben. Keinem anderen Land auf dieser Erde ist es gelungen, aus diesen "Ressourcen" etwas so unverkennbar Eigenes zu erschaffen: Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, mit all seinen Vor- und Nachteilen. Diese Lust und Energie, Neues aufzugreifen und zu perfektionieren, bezieht sich auf alle Lebensbereiche und lässt Amerika immer wieder zum Trendsetter werden. So auch in der Gastronomie und so auch das NOLA - altbewährt und immer am Puls der Zeit!"
So sehr ich mich als Neuberliner auf die Stammtische freue, aber angesichts der aktuellen US-amerikanischen "Kultur" im Vergleich mit o.g. Werbung möchte ich mich mit dieser Kultur nicht indentifizieren und auf meine Teilnahme bei NOLA doch lieber verzichten und mein Geld ganz gerne woanders lassen. Gibt es keinen neutraleren Treffpunkt in Berlin? Warum trefft ihr euch immer in Restaurants? Warum nicht mal zu lockeren privaten Gesprächen bei einem von uns zu Hause, wo eine Flasche Bier und ein paar Häppchen gereicht werden, und keine Abhängigkeit von Speisekarten besteht?
Michael Kuss
Fachjournalist zu den Themen "Deutsche Aktivitäten im Ausland" www.kussmanuskripte.de www.Alternative-Ausland.de www.Frankreich-Informationen.de
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Tel. 030/532 16 040
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So sehr ich mich als Neuberliner auf die Stammtische freue, aber angesichts der aktuellen US-amerikanischen "Kultur" im Vergleich mit o.g. Werbung möchte ich mich mit dieser Kultur nicht indentifizieren... Gibt es keinen neutraleren Treffpunkt in Berlin? Warum trefft ihr euch immer in Restaurants?
Das Anliegen von Michael Kuss unterstütze ich sehr. Was einen passenden Treffpunkt betrifft, denke ich aber schon, dass eine "Berliner Lokalität" das passende Umfeld für einen Berliner Stammtisch bietet. Dazu gibt es doch in allen Stadtbezirken die typischen Berliner Kneipen, die zudem (meist zu moderaten Preisen) eine recht gute Gesprächsatmosphäre schaffen.
MHR
Also ich finde die Politik der amerikanischen Regierung einem Restaurant vorzuwerfen doch eher peinlich. Das Nola ist über den Verdacht schlichter Glorifizierung erhaben, der Service kompetent und die Atmosphäre angenehm. als langjähriger Gast dort bin ich entsetzt, wie hier mit Vorurteilen gespielt wird. Was gegen das Nola spricht sind die relativ hohen Preise. Man kann sicherlich einen günstigeren Ort finden. Es muss ja keine Berliner Eckkneipe sein, ein bischen Stil hat noch keinem geschadet. Nette kostengünstige Cafes gibt es zuhauf in der Stadt. Eine zentrale Lage mit angenehmer Verkehrsanbindung wäre aber gut.
Und ich dachte bisher, Journalisten könnten lesen und differenzieren. Ich habe nicht der Gaststätte Nola die amerikanische Politik vorgeworfen, sondern ich werfe den Inhabern dieser Gaststätte vor, mit folgendem Text ihre Werbung zu betreiben (und das erklärt dann auch meine Abneigung, im Nola einen Journalisten-Stammtisch zu besuchen):
Zitat auf der Internet-Seite der Berliner Gaststätte Nola:
"USA...Keinem anderen Land auf dieser Erde ist es gelungen, aus diesen "Ressourcen" etwas so unverkennbar Eigenes zu erschaffen: Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, mit all seinen Vor- und Nachteilen. Diese Lust und Energie, Neues aufzugreifen und zu perfektionieren, bezieht sich auf alle Lebensbereiche und lässt Amerika immer wieder zum Trendsetter werden. So auch in der Gastronomie und so auch das NOLA - altbewährt und immer am Puls der Zeit!"
Wenn ein Berliner Restaurant von den USA als "Trendsetter" spricht, dann fallen mir derzeit jede Menge amerikanischer Trends ein, bei denen ich mein Steak nur mit großem Grummeln im Bauch verzehren kann. Ich bleibe also dabei: Dort gehört kein Stammtisch von kritischen Journalisten hin. Es geht hier nicht um die hohen Preise oder sonstiges Schickeria-Gehabe oder um gute Verkehrsanbindung (das ist alles Wortklauberei und lenkt von der Substanz meiner Aussage ab), sondern um ein Prinzip, dem ich als Journalist noch immer huldige. Aber bitte schön, das mag ja von anderen KollegInnen - neuerdings besonders in Berlin - nicht mehr so genau genommen werden. Die dürfen sich wegen mir gerne im amerikanischen Trend wohlfühlen. Es sind sowieso höchsten zehn, von zig Hundert in Berlin ansässigen Journalisten.
Also ich finde die Politik der amerikanischen Regierung einem Restaurant vorzuwerfen doch eher peinlich.
Ich überhaupt nicht. Da gibt es schon Hinweise darauf, wes "Geistes" Kind die Betreiber sind. Aber dazu kann natürlich jeder seine Meinung haben.
Zitat:
Zitat von Arkham
Es muss ja keine Berliner Eckkneipe sein, ein bischen Stil hat noch keinem geschadet.
Ich würde sogar für eine Berliner (Eck-) Kneipe plädieren. Es genügt genügend von dieser Art, die gleichermaßen Flair und einen ganz eigenen Stil ausstrahlen. Einer Berliner Eckkneipe a priori den Stil abzusprechen, finde ich nun wieder peinlich
Zitat:
Zitat von Arkham
Eine zentrale Lage mit angenehmer Verkehrsanbindung wäre aber gut.
Was ist eine angenehme Verkehrsanbindung? Angenehm ist für mich der Anblick einer schönen Frau, oder ein erholsames bad usw. :P
Die hohen Preise waren etwas, was mich persönlich das Nola als nicht geeignet für einen Stammtisch erscheinen lässt. An der Formulierung "angenehme Verkehrsanbindung" herumzumäkeln mag gegönnt sein. Ich bin gern bereit diese durch eine "gute Verkehrsanbindung" zu ersetzen.
Die Frage muss trotzdem gestellt werden, ob das Ganze nicht zu verbissen gesehen wird.
Um es überspitzt zu formulieren: Bin ich ein Befürworter des Wowereitschen Kurses, wenn ich mich für eine Berliner Eckkneipe entscheide?
Vielleicht ein paar grundsätzliche Worte damit meine Position verständlicher wird, an die Kritik des Kollegen bzgl. der Berliner Journalisten anknüpfend: Auch ich sehe mit Sorge die momentane Entwicklung im DJV Berlin.
Insbesondere bin ich ein entschiedener Gegner radikaler politischer Tendenzen. Aufgrund der offensichtlichen momentanen Handungsunfähigkeit die aufgrund der anstehenden gerichtlichen Auseinandersetzung auch noch eine Weile anhalten wird erlangt für mich der journalistische Stammtisch eine besondere Bedeutung. Ich habe aber mit Schrecken noch die Bilder in Erinnerung, wie amerikanische Bürger zu Boykotts deutscher und französischer Produkte aufriefen, Wein auf die Straße geschüttet wurde usw. Ich kann diesem Beispiel nicht folgen. Das heisst nicht, das jeder mit einem T-Shirt mit Amerika-Flagge herumlaufen soll. Aber ich halte auch den Werbetext auf der Website nicht für eine Verherrlichung der Bush-Politik. Bei einer solchen Unsicherheit wäre es zum Beispiel fair, den Restaurantbetreiber selbst um eine Stellungnahme zu bitten, um eine Vorverurteilung zu vermeiden. Ich bin mir nämlich alles andere als sicher, dass dieser die Politik George Bushs unterstützt.
Ich selbst war und bin ein ständiger Kritiker der derzeitigen Politik der amerikanischen Regierung, sei es in Bezug auf Irakkrieg, Menschenrechte oder Patriot act um nur einige Dinge zu nennen, die mir täglich Sorge bereiten.
Zum Abschluss will ich die Frage stellen, welche typisch Berliner Kneipe Ihnen denn so vorschwebt? In bezug auf "Berliner Kneipe" habe ich überreagiert und es war selbstverständlich nicht fair, alle diese Restaurationen in einen Topf zu werfen. Vielleicht wird als Entschuldigung akzeptiert, dass ich jedesmal wenn ich in eine sog. "typisch Berliner Kneipe" geschleppt wurde, enttäuscht war. Ausnahme war eine Zeit lang der ehemalige Stammsitz vom BSC Preußen, was aber leider auch in eine Touri-Nepp-Kneipe umgewandelt wurde.
Also warte ich gespannt auf Vorschläge, falls man mich noch dabei haben will.
als eine der Mitorganisatorinnen des Berliner Stammtischs bitte ich darum, diesen peinlichen Thread einzustellen.
In den zwei Jahren unseres Bestehens waren wir schon in folgenden Lokalitäten: Kaiserstuben (Moabit), Bergwerk (Mitte), Rote Harfe (Heinrichplatz), und braams* (Hasenheide). Jeder Wechsel des monatlichen Treffpunkts wird demokratisch von den Anwesenden beschlossen. Politische Einstellungen dieser Lokalitäten wurden und werden nicht überprüft.
Gewünscht von der Mehrzahl der rund 20 regelmäßigen Besuchern ist derzeit ein schöner Biergarten in Mitte oder Prenzlauer Berg, in dem man drinnen und draußen sitzen kann, der reserviert und dem es nichts ausmacht, wenn nur 5 kommen, auch wenn sich 25 angemeldet haben. Dazu soll der Service nett sein und überprüfen, ob alle die gehen, auch bezahlen. Nicht nur erfüllt NOLA alle diese Bedingungen, sondern auch das dortige Preisniveau scheint mir für all das durchaus angemessen.
Der Kollege, der uns alle nach Hause einladen wollte, kann dies auch gerne tun - komm doch wenigstens kurz vorbei, der nächste Termin ist Mittwoch der 11. ab 19.30 Uhr in der NOLA, auf ein amerikanisches Bier bist Du gerne eingeladen.
...bitte ich darum, diesen peinlichen Thread einzustellen.
Vorschlag: Du brauchst doch bloß hier nichts mehr zu posten Und von Peinlichkeit kann wohl keine Rede sein...
Ach so, wegen Gegenvorschlag: "Zur Ecke" - Ecke Greifenhagener/Buchholzer Str. - zwei Minuten vom U-Bahnhof Schönhauser Allee. Kleine Preise - gute Atmosphäre - Anruf genügt