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Volontariat - Studium - Praktikum - Ausbildung Alles rund um die Ausbildung in den Medienberufen. Volontariat, Studium der Journalistik & Kommunikationswissenschaft, Praktikum

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Alt 16.06.2005, 13:42   #1
brigiost
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Standard Praktikum ohne Vorerfahrung?

Hallo alle zusammen!

Ich hoffe sehr, mir kann jemand helfen. Ich schließe diesen Monat mein Chemiestudium ab und habe überlegt, in Richtung Wissenschaftsjournalismus zu gehen. Allerdings habe ich keine Vorerfahrung in dem Bereich. Ich weiß nur, dass mir Protokolle schreiben immer sehr viel Spaß gemacht hat und dass alle meinten, ich könnte das wirklich gut. Auch mein prof sagte vor kurzem, ich könnte gut schreiben.
Meine Idee war jetzt also, mal ein Praktikum in dem Bereich zu machen, um Erfahrung zu sammeln und auch zu gucken, ob mir die Arbeit auch wirklich Spaß machen würde. Ich will für das Praktikum ja auch gar kein Geld bekommen udn wie lange es dauert, ist mir auch egal. Aber irgendwie verlangen alle bereits für ein Praktikum journalistische Erfahrung. Was tun? Ist jetzt alles gelaufen udn ich sollte die Idee besser aufgeben?

Könnt ihr mir da weiterhelfen? Habt ihr einen Tip für mich?

Ich hatte auch schon daran gedacht, sonst erst mit der Doktorarbeit in Chemie anzufangen und währenddessen ein Fernstudium "Journalismus" am ils zu machen. Würde mir das weiterhelfen? Oder ersetzt auch das die journalistische Erfahrung, die ich nicht wirklich besitze, nicht?

Bitte helft mir doch weiter.

Brigitte
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Alt 16.06.2005, 18:09   #2
textdoktor
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Standard

Wo hast du dich denn bisher für ein Praktikum beworben? Und wie?

Du solltest dir noch mal genau überlegen, mit welchen Argumenten du die Redaktionen von dir überzeugen willst. Dass du gut Protokolle schreiben kannst wirft einen da, ehrlich gesagt, nicht gerade vom Hocker, weil es eben nichts mit Journalismus zu tun hat, und dein Prof ist sicherlich auf dem Gebiet der Chemie sehr kompetent, aber ob er Ahnung vom Schreiben hat?

Damit will ich dich nicht entmutigen, es geht ja nur darum, dass du dich besser verkaufst. Ich habe nur versucht, mich in die Rolle eines Redakteurs hineinzuversetzen, der deine Bewerbung auf den Tisch bekommt. Und wenn das die "Verkaufsargumente" sind, die eine Hochschulabsolventin bringt, dann habe ich, ehrlich gesagt, den Eindruck, dass die Bewerberin sich noch nicht allzusehr mit dem Beruf auseinandergesetzt hat und erstmal reinschnuppern möchte um überhaupt zu sehen, ob das was für sie ist. So sieht es bei dir ja auch tatsächlich aus, und das ist ja auch nicht schlimm, nur darfst du demjenigen, der deine Bewerbung liest, diesen EIndruck auf keinen Fall vermitteln. Da musst du rüberbringen, dass du dir ganz sicher bist, Journalistin werden zu wollen, dich aber eben erstmal auf das Studium konzentriert hattest (oder so, natürlich nicht zu platt.)

Ich kann mir jedenfalls beim besten Willen nicht vorstellen, dass du kein Praktikum findest, nur weil du keine Vorerfahrung hast. Ich meine, das Praktikum ist ja dafür da, erste Erfahrungen auf dem Gebiet zu machen. Leider wird es immer öfter dazu benutzt, einfach billige Arbeitskräfte zu bekommen, und dann schauen die natürlich, dass sie Leute bekommen, die schon journalistisch fit sind.

Trotzdem würde ich dir raten, da dran zu bleiben. Ich hatte gefragt, wo du dich beworben hast, weil ich mir schon vorstellen kann, dass die großen Wissenschaftsmagazine wie Geo oder so (meinst du das, wenn du von Wissenschaftsmagazinen schreibst?) ein Überangebot an Bewerbern haben und sich dann Leute aussuchen können, die neben einem wissenschaftlichen Studium schon ein paar Praktika belegt haben.

Vielleicht musst du ein bisschen niedriger ansetzen und es z.B. bei Tageszeitungen oder Stadtmagazinen versuchen. Da hast du es dann nicht mit Wissenschaft zu tun, aber mit Journalismus. Und das ist ja die Hauptsache. Alles andere ergibt sich dann schon, denn natürlich hast du recht, das erste Praktikum ist immer das schwerste.

Von solchen Fernlehrgängen halte ich nichts, und auch entscheidenden Redakteure haben nicht allzu viel Respekt davor. Mag ja sein, dass man da auch was lernt, aber ich glaube nicht, dass das im Verhältnis zu den Kosten steht. Ich würde statt dessen ein paar Bücher z.B. zu journalistischen Darstellungsformen lesen (die von Michael Haller sind sehr empfehlensert), so dass du beim ersten Praktikum zumindest theoretisch schon mal ein bisschen Ahnung hast.

Und noch eine Anregung: Wenn du zum Beispiel das Buch über die Reportage gelesen hast, dann schreib doch mal zwei, drei Reportagen! Überleg dir eine genaue Fragestellung, mach eine ordentliche Recherche und dann schreibs auf! Beachte aber auf jeden Fall die journalistische Form, als nicht nur drauflos machen oder einen formell freien Essay, sondern wirklich eine Reportage. Wenn du das gemacht hast, kannst du nämlich bei der nächsten Bewerbung ein paar Arbeitsproben vorlegen. Die sind dann zwar noch nicht veröffentlicht, aber wenn du journalistisch begabt bist, wird das in der Redaktion auch jemand bemerken. Damit hast du dann jedenfalls bessere Karten, als wenn du mit leeren Händen da stehst.

Übrigens habe ich mir gerade deine Website angesehen und ich muss sagen, dass m.E. da schon ein gewisses Talent zu erkennen ist. Ich meine, ich würde das jetzt nicht als Referenz angeben, aber man sieht, dass du pfiffig formulieren und zuspitzen kannst, dass du dir Gedanken machst, wie Inhalte angeordnet werden sollen - und genau darum geht es ja im Journalismus.
textdoktor ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.06.2005, 18:14   #3
textdoktor
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Noch ein Nachtrag: Bleib da bitte auf jeden Fall dran, wenn du meinst, dass du das kannst und willst! Es gibt so viele Journalisten, die irgendwie alles machen aber von nix wirklich eine fundierte Ahnung haben. Wenn man ein Allerweltsstudium absolviert, muss man sich eben die Schwerpunkte erarbeiten, erreicht aber eben nicht die Tiefe eines Fachstudiums.

Leute die naturwissenschaftlich denken UND journalistisch schreiben können, haben auf jeden Fall beste Berufschancen, die werden immer wieder gesucht.
textdoktor ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.06.2005, 20:36   #4
brigiost
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Hallo textdoktor,

vielen, vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Du hast mir wirklich schon sehr weitergeholfen.
Du hast das auch schon richtig erkannt, ich weiß ja wirklich noch nicht so genau, ob das alles wirklich was für mich ist, ich schwanke halt noch sehr. Einerseits wollte ich ja immer forschen, aber ich habe jetzt gemerkt, dass Laborarbeit mir überhaupt keinen Spaß macht. Schreiben aber eben sehr. Ich möchte wirklich erst mal reinschnuppern. Es ist aber gut zu wissen, dass ich dafür sorgen muss, dass das nciht so rüber kommt!

Ich habe es bisher bei Spektrum der Wissenschaft probiert, erst mal nur per email angefragt und die haben sofort gesagt, ich sollte Vorerfahrung haben und Arbeitsproben einreichen. Beim WDR habe ich etwas auf der Homepage gelesen, da stand auch etwas so ähnliches.
Ich habe auch schon mal beim Generalanzeiger Bonn angefragt, weil ich mir schon dachte, dass das mit den Wissenschaftsjorunalen evtl. schwieriger ist. Aber da habe ich noch keine Antwort bekommen.

Ich werde aber auf jeden Fall mal ein paar Reportagen anfertigen, damit ich für Bewerbungen ein paar Arbeitsproben habe. Und ich bin jetzt auch ermutigt, es mal weiter zu probieren, wenn Du meinst, dass es sich lohnt und dass es auch möglich sein sollte, ohne Vorerfahrung ein Praktikum zu finden.
Ich habe mich nur ziemlich schnell entmutigen lassen als ich direkt was von journalistischer Praxis und veröffentlichten Arbeitsproben etc. gehört habe. Da dahcte ich gleich, der Zug ist jetzt bestimmt schon abgefahren!

Also, nochmal danke für Deine Antwort!
__________________
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